Donnerstag, 26.04.2018

Aufgespießt

Schlechte Zahlen beim AVW?

23.09.2009 09:54

… von „langen Schatten der Vergangenheit“ und „kaltem Wind“

 

Es muss einen Grund geben, weshalb Dr. Himmelmann, zugekauftes Sprachrohr des Leitenden Ausschusses des Altersversorgungswerkes (LA) der Zahnärztekammer Niedersachsen, regelmäßig im „LA-Info" und in den ZKN-Mitteilungen verbal über die in etwa gleich starke Opposition in der Kammerversammlung (ZfN) herfällt. Immer darauf bedacht, die Grenze zwischen latenter Unterstellung  und Justitiablem nicht zu überschreiten.

Jede Gruppierung (FVDZ und ZfN) versucht, die eigenen Leistungen und politischen Vorstellungen in einem möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen. Das ist völlig normal und auch legal. Unappetitlich wird es allerdings, wenn  aus der Abteilung „Agitation und Propaganda" permanent diffuse verbale Unredlichkeiten  verbreitet werden. Das hat den Geschmack von Permanent-Wahlkampf - noch dazu auf Kosten aller AVW-Mitglieder (AVW-Info ca. 38.000,- € p.a.).

... Ablenkungsmanöver mit Schuldzuweisungen

Seit Übernahme des LA-Vorsitzes durch Dr. Schirbort bemüht sich Himmelmann nach Kräften, im LA-Info und jetzt erneut in den ZKN-Mitteilungen abenteuerliche Schuldzuweisungen aus den Jahren 2002ff gegen den Vorgänger-LA am Leben zu halten und damit aktuelle Probleme zu erklären. Es ist müßig, hier und heute im Einzelnen auf all die Widersprüchlichkeiten und Unsinnigkeiten des Herrn Himmelmann und seiner Auftraggeber einzugehen; denn  zum einen ist AVW-Systematik viel  zu komplex, um sie mit wenigen Schlagworten verständlich zu beschreiben, und zum anderen interessiert sich die Kollegenschaft weniger für die Probleme aus einer Satzung, die vor Urzeiten unter FVDZ-Führung beschlossen wurde. Sie blickt mit Recht und großem Interesse auf die zukünftige Rentenentwicklung und Rentensicherheit. Da sieht es in der Tat nicht sehr gut aus, und daraus erklären sich auch die Eingebungen des Herrn Himmelmann, die Sie am Ende dieser Zeilen auszugsweise nachlesen können.

Nachdem sich der Nebel auf dem AVW-Schlachtfeld gelichtet hat, muss die Kollegenschaft nun erkennen, dass der LA unter Schirbort und nach dem von ihm durchgesetzten Systemwechsel keinesfalls die erwarteten Erhöhungen von Rentenanwartschaften oder der ausgezahlten Rentenbeträge generiert. Rentner, die sich seinerzeit an der von Dr. Schirbort initiierten Klagegemeinschaft beteiligt hatten, werden sich die Augen reiben. Und auch ein Blick auf die eigenen Rentenbescheide wird sehr schnell Klarheit schaffen. Im Gegenteil: Ganz massiv sind beispielsweise die Ledigen um einen erheblichen Teil ihrer Rentenanwartschaften gebracht worden.

Schirbort und der AVW-Justitiar  haben mit ihrer Wahrnehmung gegen eine schon damals bestehende, aber dem Juristen wahrscheinlich unbekannte EU-Richtlinie  2004/113/EG Des Rates v. 13. Dez. 04 und damit gegen die betroffenen Kolleginnen und Kollegen entschieden, indem sie die Unisex-Tarife falsch interpretiert und mit den FVDZ-Stimmen in der Satzung verankert hatten.

Neueste Gerichtsentscheidungen dürften in Kürze für große Aufregung und entsprechenden Handlungsbedarf sorgen. Unschwer lässt sich schon jetzt vorhersagen, dass das LA-Info oder die ZKN-Mitteilungen auch dafür  nicht etwa mangelnden Kenntnisstand und die falschen Schlussfolgerungen im AVW erkennen, sondern erneut die Opposition verantwortlich machen werden. Man darf auf die kreative Konstruktion gespannt sein, die man dafür finden wird.

...gibt es Abschreibungen im AVW?

Die gegenwärtige Agitation im AVW-Info spricht auch dafür, dass das AVW unter der Leitung von Dr. Schirbort für dieses Jahr eine schlechte Ertragssituation vorweisen wird. Es stellt sich die Frage, ob die Rendite möglicherweise nicht einmal den Rechnungszins des AVW in allen Teilen bedienen kann. In diesem Fall ergäbe sich die weitere Frage, ob es z. B. im Bereich einer Lehman-Beteiligung oder anderer Beteiligungen Abschreibungen im AVW gegeben hat, oder ob man von einem sog.  „internen Darlehen" Gebrauch machen wird, das nichts anderes bedeuten würde als eine Annäherung an das von Schirbort gescholtene und von ZfN zur Diskussion gestellte und bei fast allen anderen Versorgungswerken angewandte Gruppenäquivalenzprinzip.

Wir können sicher sein, dass auch die Begründung für diese Problemfelder von dem Schirbort-LA in die Vergangenheit projiziert wird.     

loe

Anmerkung:

Der Justitiar des Altersversorgungswerkes hat  mir im Nachhinein in einem Telefonat bezüglich der vorausgegangenen Veröffentlichung mitgeteilt, dass ihm die Richtlinie 2004/113/ EG vom 13. Dezember 2004 bei der Konzeption der ABH bekannt gewesen sei, diese jedoch "auf das Altersversorgungswerk der Zahnärztekammer Niedersachsen, einer öffentlich-rechtlichen und damit auf einem Gesetz beruhenden und gerade nicht privatrechtlichen Versorgungseinrichtung keine Anwendung" fände. Aus Gründen der Fairness und der journalistischen Verantwortung möchte ich den Lesern die Stellungnahme des Justitiars - trotz meiner o.g. entgegenstehenden Vermutung - nicht vorenthalten.

Es bleibt bei der von mir vertretenen Auffassung, dass die unbillige tarifliche Gleichstellung von Ledigen und Verheirateten in der ABH auf einer falsche Interpretation und Anwendung von EG-Vorschriften beruht. 

loe

Originalton Himmelmann aus ZKN-Mitteilungen 9/09, Seite 560/561, der die Vermutung nahe legt, dass unangenehme Nachrichten aus dem AVW drohen:

 „...Denn alte Versäumnisse, die wir alle gerne vergessen hätten, werfen lange Schatten."

„...steht das AVW ohne Fett auf den Rippen im kalten Wind der globalen Finanzkrise. Denn es besitzt so gut wie keine Verlustrücklage."

„...Schatten der Vergangenheit. Damit wären kurzfristige Unterschreitungen des Rechnungszinses, mit denen in ertragsschwachen Zeiten immer auch gerechnet werden muss, leicht auszugleichen."

„...Die Erinnerung an die Halbierung der Renten in 2004 und ihre Ursache lässt sich nicht verdrängen."

„...in einer noch nie gesehenen historischen Krise fehlt dem AVW das Sicherheitspolster."

„...so wirken die Versäumnisse der Vergangenheit leider nachhaltig."

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