Mittwoch, 24.01.2018

Aufgespießt

Personalschwund bei der Düsseldorfer apoBank - Hausmeisterposten gilt derzeit als sicher

03.11.2010 12:07

 

Gerade noch hatte apoBank-Vorstand Stefan Mühr anlässlich einer Veranstaltung in Hannover über die ungünstige geschäftliche Entwicklung der vergangenen Jahre geplaudert, Besserung gelobt, um weiteres Kapital geworben und Namen von vier ehemaligen Vorstandsmitgliedern benannt, gegen die Schadenersatzforderungen liefen und die frische Kündigung des Vorstands-Mitglieds Schuster verkündet, da  findet er sich  wenige Wochen später selbst nebst Vorstandsmitglied Claus Verfürth vor der Tür der Standesbank wieder. Die apoBank erklärt:             Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich einzelne Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter nicht korrekt verhalten haben und unter Verdacht stehen, unerlaubt persönliche Vorteile erhalten zu haben".

Nachdem nun in der Führungsetage kräftig ausgekehrt worden ist und Hals über Kopf Nachrücker benannt worden sind, scheint der sicherste Posten im Stammhaus der Düsseldorfer Bank-Zentrale derjenige des Hausmeisters zu sein. Frei nach dem Wort des bekannten japanischen Philosophen Toyota: „Nichts ist unmöglich" und den Erfahrungen der letzten Monate könnte sich der „Leichenstand" im Keller der Bank durchaus noch erhöhen.

Zwar beeilt sich der dekapitierte Vorstand der  sogenannten Standesbank mit der Erklärung, dass keine Schädigung von Kunden eingetreten sei. Glaubwürdig hingegen ist das alles nicht. Immerhin sind die Teilhaber der Genossenschaftsbank zuletzt gänzlich um ihre bisher gewohnt hohe Dividende gebracht worden. In welchem Umfang möglicherweise Kapital unter die Räder gekommen ist, muss dem unwissenden und mit verbalem „Banker-Denglisch" sedierten Kunden der Bank verborgen bleiben - und Worte sind bekanntlich geduldig. Auf jeden Fall ist das Geld der Kunden und Kapitalgeber nicht weg - es hat nur den Besitzer gewechselt, was auch nicht so richtig befriedigen mag.

So ist die aktuelle Pressemeldung der apoBank wohl eher als Ausdruck der Befürchtung zu verstehen, dass die Geduld der Kunden ein jähes Ende finden und die Furcht vor weiteren personellen und monetären Fehlinvestitionen zur Kapitalflucht führen könnte. Eine Kapitalflucht, die die Bank im Rahmen von  „Basel III" nun gar nicht gebrauchen kann.

Allmählich stellt sich die dringende Frage, nach welchen Kriterien die Hausbank der Ärzte und Apotheker ihre Vorstandssessel bestückt. Mit Elite hat das offenbar nicht immer etwas  zu tun.

Dr. Michael Loewener

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