Freitag, 20.07.2018

Aufgespießt

Die neue Bescheidenheit im AVW

07.12.2011 12:22

Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder des Leitenden Ausschusses des Altersversorgungswerkes um bis zu 150 % erhöht!

 

So bitter es für die Rentenempfänger des Altersversorgungswerkes auch sein mag, dass sie auf viele Jahre hinaus mit 0,0 % Rentenanpassung zu rechnen haben, weil die Überschüsse des Werkes (Rohüberschuss für 2010 immerhin 9,8 Mio. €) in diversen Töpfen geparkt und beispielsweise Verwaltungskosten künstlich in die Höhe getrieben werden, so sehr können sich die sechs Mitglieder des Leitenden Ausschusses des Werkes auf eine Erhöhung ihrer Aufwandsentschädigungen zwischen 60% und 150% freuen.

Bezeichnenderweise wurde der FVDZ-Antrag erst zur Kammerversammlung in Form einer Tischvorlage zur Abstimmung vorgelegt. „Das schlägt dem Fass den Boden aus", kommentierte D.M.D. Henner Bunke als Oppositionsführer und Vorsitzender der Gruppe „Zahnärzte für Niedersachsen - ZfN" diesen Coup.

 Angesichts der schwierigen Situation des Werkes  und unter dem Eindruck der unsäglichen Novelle der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) votierten die „Zahnärzte für Niedersachsen" einstimmig gegen diese aus ihrer Sicht opulente Erhöhung der Bezüge der LA-Mitglieder. Es half nichts; die Stimmen des Freien Verbandes setzten die Erhöhung schließlich durch.

Über Geld spricht man nicht

Wir wollen es an dieser Stelle trotzdem tun; denn in der Kammerversammlung der Zahnärztekammer Niedersachsen ist mit den Stimmen des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte kräftig auch an anderen „Anpassungsschrauben" gedreht worden. Die Kollegenschaft hat ein Recht darauf, zu wissen, wie mit ihren Beiträgen umgegangen wird.

Da sind beispielsweise die Aufwandsentschädigungen des Vorstandes der ZKN zu nennen. Dort hat man sich mit vergleichsweise „bescheidenen" 15 % Erhöhung begnügt.  Hinzu kommen auch hier die Reise- und Sitzungskosten. Bemerkenswert ist auch der Zeitpunkt für diesen Erhöhungsantrag, bei dem der Antragsteller nicht genannt wurde. Wurde bisher ein Erhöhungsvorschlag erst am Ende einer Legislaturperiode für die Nachfolger vorgelegt, so geschieht dies jetzt sehr frühzeitig in der laufenden Legislatur.

Kammerblatt extrem teuer und ohne Ausschreibung

Das Informationsblatt der Zahnärztekammer Niedersachsen „ZKN-Mitteilungen" kostete  im Jahr 2010 alleine in der Produktion 295.000,--€ und damit etwa dreimal soviel wie das von der KZVN herausgegebene „Niedersächsische Zahnärzteblatt".

Der Haushaltsansatz für 2012 liegt bereits bei 310.000,--€. Im Klartext heißt das, dass man sich nicht mit dem Gedanken an Kostenreduktion plagt, sondern unbeschwert an weitere Extension denkt.

Worin liegen die Gründe für dieses krasse Missverhältnis zwischen beiden Blättern?

Der „Chefredakteur" der „ZKN-Mitteilungen" hatte in der Kammerversammlung auf Befragen von ZfN-Delegierten nur eine unbefriedigende und vage Antwort parat, aus der nur geschlossen werden kann, dass das Blatt eben nicht öffentlich nach den geltenden Regeln ausgeschrieben wurde und er auch nicht beabsichtigt, dies zukünftig zu tun. Statt dessen scheint die „freihändige" Vergabe des Auftrags gängige Praxis zu sein - nach welchen Kriterien auch immer. Angesichts der Größenordnung scheint diese Nonchalance höchst fragwürdig und dazu kostenträchtig für die Kollegenschaft.

loe

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