Donnerstag, 26.04.2018

Aufgespießt

Aus der Trickkiste des FVDZ

14.09.2010 18:02

 

Der KZV-Wahlkampf Mitte Juli ist für den FVDZ in Bayern schlecht gelaufen.  Im Ergebnis hatten die „Zahnärzte Zukunft Bayern - ZZB" 13 Sitze und  der FVDZ  11 Sitze in der Vertreterversammlung erringen können.

Diesen Wählerwillen mochte der FVDZ nicht akzeptieren, deshalb hatten drei seiner Kandidaten eine Wahlanfechtung betrieben und diese mit einer unzulässigen Berichterstattung in den KZV-Medien unter Missachtung des Grundsatzes der Chancengleichheit aller Mitbewerber begründet.

Nun hat der Landeswahlausschuss diese Anfechtung zurückgewiesen, weil auch eine Körperschaft im Wahlkampf das Recht habe, „der Öffentlichkeit ihre Politik, ihre Maßnahmen und Vorhaben sowie die künftig zu lösenden Fragen" darzulegen. Das Neutralitätsgebot hindere die KZVB auch nicht daran, „Rechenschaft zu geben und ihre Politik zu erläutern und ggf. auch zu verteidigen". Die KZVB sei insbesondere befugt, Tatsachen richtig zu stellen, sich gegen Angriffe zu verteidigen und irreführende Behauptungen richtig zu stellen.

„Niedersächsische Verhältnisse"

Das Vorgehen des Bayern-Verbandes erinnert doch stark an die „niedersächsischen Verhältnisse". Natürlich wurde und wird in den niedersächsischen Körperschafts-Publikationen von Kammer und KZVN nach diesem Muster verfahren. Dabei nehmen in Vorwahlzeiten die Aktivitäten auf diesem Feld deutlich zu, die eigene Leistungsfähigkeit wird beschrieben, und die Zielrichtung wird deutlich. Insofern könnte sich der FVDZ in Niedersachsen bei einem ungünstigen Wahlausgang über mangelnde Möglichkeit zur Selbstdarstellung nicht beklagen. Erinnern wir uns doch exemplarisch an einen Leitartikel in den ZKN-Mitteilungen, dessen „Chefredakteur" - zugleich Landesvorsitzender des FVDZ und jetzt auch noch Mitglied im FVDZ-geführten Kammervorstand - unmissverständlich dazu aufgerufen hatte, doch bitte den FVDZ bei der bevorstehenden Kammerwahl zu wählen! Aus Sichtweise der Bayerischen Freiverbändler allemal Grund für eine Wahlanfechtung.

List(e) und Tücke

In Niedersachsen erweist sich der FVDZ schon jetzt als trickreicher als die Bayern. Zeichnet sich doch schon vor der Wahl ein Szenario ab, dessen Sinn darin liegen dürfte, für den Fall einer verlorenen KZVN-Wahl eine Wahlanfechtung vorzubereiten.

Es geht um den Listenplatz. Der Verband ist es aus dem Kammerwahlkampf gewohnt - begünstigt durch „glückliche Umstände" -  als Wahlliste 1, also gleich bei erstem Blickkontakt, um die Wählergunst zu werben. Für denjenigen, der auf unentschlossene Wähler hofft, mag das ein ernstzunehmendes Argument sein. So kann es nicht verwundern, dass sich die FVDZ-Kandidaten auch bei der KZVN-Wahl als Liste 1 wiederfinden möchten  und dieses nicht dem Zufall überlassen wollen. Das geschieht nach folgendem Spielplan:

Man gebe die Wahlunterlagen vorzeitig bei den Wahlleitern ab, um sich möglichst nicht eine Minute nach Abgabe durch den Mitbewerber als Liste 2 begnügen zu müssen. Auch der Mitbewerber reicht seine Unterlagen verfrüht ein - in der Hoffnung, dass dann nicht mehr die Leichtfüßigkeit des Boten, sondern das Los über den Listenrang entscheiden möge. Die von den „Zahnärzten für Niedersachsen - ZfN"-gefühte KZVN hatte in diesem Jahr die Wahlleiter darum gebeten, vorzeitig übergebene Wahlvorschläge als um 12:00 Uhr eingereicht zu werten. Bei mehreren zu dem Zeitpunkt eingereichten Vorschlägen sollte das Los über die begehrte Liste 1 entscheiden. Eine vernünftige Entscheidung.

Der FVDZ möchte allerdings nichts dem Zufall überlassen und hat sich den Trick einfallen lassen, seine Unterlagen zurückzufordern und sie erneut (mit dem gesamten erforderlichen Aufwand) und diesmal im korrekten Zeitfenster bei den Wahlleitern einzureichen. Das alles in der Hoffnung, dass er nun als Ersteinreicher die Liste 1 repräsentiert.  Sollte der Wahlleiter dieses Spiel nicht mitmachen und sich an die Bitte der KZVN halten, hätte auch der niedersächsische Freie Verband damit eine Option geschaffen, um ggf. - je nach Wahlausgang - eine Wahlanfechtung zu betreiben.

Kaninchen im Zylinder?

Natürlich werden sowohl in den ZKN-Mitteilungen (Kammer), als auch im Niedersächsischen Zahnärzteblatt (KZVN) weitere „Informationen" im Rahmen des Vorwahlkampfes zur KZVN-Vertreterversammlung veröffentlicht werden.

Im Übrigen dürfen wir aber gespannt sein, welches Kaninchen der „FVDZ-Chefredakteur" des Kammerblattes diesmal kurz vor Eröffnung der Wahlzeit zur KZVN-Vertreterversammlung aus dem Zylinder zaubern wird.

Zu erinnern ist an sein Rundschreiben kurz vor der Kammerwahl unter dem Titel „Datenskandal bei der KZVN", das sich allerdings sehr schnell zum „Schuss nach hinten" entwickelt hatte.              

 www.zfn-online.de/index.php/zfn-aufgespiesst/items/haltet-den-dieb.html

Dass es bei der KZVN-Wahl ohne eine ähnliche Überraschung gehen wird, mag niemand so recht glauben. Wir dürfen gespannt sein auf den -fast schon traditionellen - Einfallsreichtum des FVDZ-Landesvorsitzenden.

loe

Einen interessanten Kommentar von Dirk Erdmann (adp-medien) unter dem Titel 

Wahl zur Vertreterversammlung der KZV-WL - Eine „etwas andere" Qualität der Auseinandersetzung mit dem politischen „Gegner" können Sie unter dem folgenden Link nachlesen: 

http://adp-medien.de/cms/index.php?id=1184

 

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