Dienstag, 18.09.2018

Aufgespießt

Altersversorgungswerk der ZKN

21.02.2012 11:16

- eine notwendige Anmerkung

 

Das Altersversorgungswerk [AVW] hat nunmehr ein Tabellenwerk an seine Mitglieder herausgegeben, das es dem einzelnen Mitglied - zumindest theoretisch - erlaubt, eine individuelle Rentenberechnung selbst vorzunehmen. Keiner der Beteiligten ist mit dieser Lösung so richtig glücklich, wenngleich damit nun formal einer Forderung des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg aus dem Jahr 2009 Genüge getan wurde.

In den ZKN-Mitteilungen 2/12 heißt es in einem Bericht über die ergänzenden Anlagen zur Satzung des AVW auf Seite 116:

 „...Nachdem ein lediges männliches Mitglied aufgrund der Unisex-Regelung, die mit der neuen ABH eingeführt werden musste, geklagt hatte, machten das OVG Lüneburg mit seinem Beschluss aus dem Jahr 2009 eine Veröffentlichung anhand von Tabellen für unser Werk verpflichtend." [Fettdruck durch die Redaktion]

Bei oberflächlicher Betrachtung könnte der Leser danach zu dem Schluss kommen, dass die „Unisex-Regelung" in der Form, wie sie der Leitende Ausschuss des AVW seinerzeit durchgesetzt hatte, vom OVG gefordert wurde.

Dem ist nicht so!

Die vom Leitenden Ausschuss des AVW durchgesetzte Satzung geht über das gesetzlich geforderte Maß entscheidend hinaus; denn sie setzt nicht nur die Geschlechter versicherungsmathematisch gleich, sondern sie setzt auch Ledige mit Verheirateten gleich - und das hat mit dem Unisex-Gedanken nichts zu tun und schon gar nichts mit dem immer wieder gerne bemühten Äquivalenz-Gedanken. Diese Gleichsetzung war nicht gefordert!

Leidtragende und große Verlierer dieser neuen Satzung sind vor allem unverheiratete Männer, die die massive und bis zu ca. 30 %ige Absenkung ihrer Renten-Anwartschaften durch „Zwangsverheiratung" als enteignungsgleichen Eingriff sehen und verständlicherweise  beklagen.

Wer sich, wie in dem Artikel dargestellt, hinter dem Urteil des OVG versteckt, um Kapital von Beitragszahlern umzulenken, argumentiert offenbar bewusst an der Realität vorbei.

So heißt es in dem erwähnten Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg     [AZ: 8LC 12/09] in Bezug zum „Unisex-Tarif" unmissverständlich:

„...Jedenfalls ist es aber zur Umsetzung europäischen Rechts nicht auch noch geboten, die Ansprüche eines ledigen (männlichen oder weiblichen) Mitgliedes des Beklagten insgesamt auf das (noch) niedrigere Niveau eines Verheirateten abzusenken, wie dies rückwirkend zum 31. Dezember 2006 nach § 15 Abs. 2 Satz 2 ABH für die „Altanwartschaften" geschehen ist".

Weitere Details können Sie unter   http://www.zfn-online.de/index.php/zfn-aufgespiesst/items/avw-und-kein-ende.html  nachlesen. 

Nur der Vollständigkeit halber: Initial verantwortlich für die „Tabellenproblematik" und den damit verbundenen Papierwust war die 1999 durch die Kammerversammlung im Rahmen eines Kompromisses herbeigeführte monatliche Staffelung des Renteneintrittsalters. Und zur Erinnerung: Diese wurde auf Druck und durch die Stimmen des Freien Verbandes durchgesetzt.

loe

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