Freitag, 24.11.2017

Aufgespießt

"Jüngste Skandalmeldung", nachzulesen bei Bündnis13

01.11.2015 11:46

Interessantes über "Bertelsmann"

09.10.2015

 

Jüngste Skandalmeldung:

 

Nach allen vergeblichen Kämpfen der Ärzteschaft gegen die Einführung der neuen elektronischen Gesundheitskarte und Einbringung der datenschutzrechtlichen Überlegungen wurde die Karte dennoch eingeführt. Dieser Wahnwitz kostete Millionen! Die Kartenlesegeräte in den Arztpraxen mussten ausgetauscht werden. Das kostete Millionen.

Jetzt erkennt die Bundesregierung erneute Datenschutzprobleme durch diese Kartenlesegeräte und plant die erneute Ausgabe von mindestens 100 Millionen Euro für neuerliche Kartenlesegeräte.

 

An dieser Stelle sollte endgültig Schluss mit diesem ECard-Wahnsinn sein, zumal nicht zu überschauen ist, wieviel Millionen Euro an weiteren Kosten zu erwarten ist; Gelder, die der Behandlung von Patienten besser zugutekommen müsste.

 

Ein Aufruf zum Boykott gegen das neue Gerät ist am 9.10.2015 im Ärzte-Nachrichtendienst erfolgt in der Hoffnung, dass es Früchte tragen wird.

Dr. Lothar Löser

 

THEMA: BERTELSMANN

Was man zu dem Medienmogul Bertelsmann wissen sollte            (von Dr. Lothar Löser)

Bertelsmann ist kein kleiner Verlag, der Bücher und Tonträger verkauft. 

 

Wenn man sich im Gesundheitswesen umtut, so kommt man an der sogenannten "Bertelsmann-Stiftung" nicht vorbei. Überall, wo von Geld, Finanzierung und Fragen der Rationalität in einzelnen Sparten des Gesundheitsresorts die Rede ist, taucht der Name "Bertelsmann" auf. Und dann ist da der Begriff "Stiftung". Das klingt sozial, helfend und damit überaus menschlich. Nur: Da, wo in der heutigen Zeit derartige Attribute auftauchen, muss man größte Vorsicht walten lassen. Unsere Zeit ist nicht sozial, sie ist unmenschlich und nahezu ausschließlich gewinnorientiert. Nichts weiter.

 

Das gilt auch für Bertelsmann, der stille Tod einer sozialen und menschlichen Patientenversorgung und der freien Ärzteschaft. Wie ? Nun, dazu schrieb 2006 Harald Schumann im Tagesspiegel: "Die Experten der Bertelsmann-Stiftung sind in der deutschen Politik allgegenwärtig". Und er stellt auch gleich die Frage: "Beraten sie Politiker nur - oder machen sie selbst Politik". Natürlich machen sie selbst Politik! Sie sind der größte europäische Medienkonzern, Umsatz 16 Milliarden Euro im Jahr 2013. Mit diesen Zahlen ist man zwangsläufig bereits in der Politik im wahrsten Sinne des Wortes, wenngleich zunächst durch die Hintertür: Bertelsmann ist Eigner einer weltweit führenden Publikums-verlagsgruppe, der RTL-Gruppe, zu knapp 75% von Gruner + Jahr. Bertelsmann ist auch am Projekt der eCard (elektronische Gesundheitskarte) über die "arvato-AG", 100%-ige Tocher der Bertelsmann-AG, im Rahmen von Infrastruktur, Erprobung und der Lichtbildbeschaffung, -digitalisierung und -verarbeitung für ausgerechnet die AOK, die das Gesundheitssystem in Gegenwart und Vergangenheit schon immer stark belastet hat, beteiligt.

 

Es gilt, die Bertelsmann AG von der Bertelsmann-Stiftung zu unterscheiden. Fakt ist, dass die Familie Mohn zu19 % an der AG, die Stiftung selbst knapp 78 % beteiligt ist. Die Ehefrau des bereits erstorbenen Stiftungs-Gründers Reinhard Mohn, Liz Mohn, sitzt im Aufsichtsrat der AG zusammen mit ihrer Tochter Dr. Brigitte und ihrem Sohn Christoph Mohn. Und wer sitzt im Vorstand der Stiftung? Liz Mohn und Tochter Brigitte. Und im Kuratorium natürlich Liz Mohn und diesmal Christoph. Daraus folgt: Liz Mohn kontrolliert letztlich sich selbst. Soviel zum Macht-Clan der Familie Mohn. Und damit kommen wir der Politik ein großes Stück näher.

 

Dr. Wolfgang Lieb, ehemaliger Sprecher der Landesregierung NRW unter Johannes Rau, berichtet: "Auf allen Ebenen bin ich damals, auch nachdem ich dann Staatssekretär im Wissenschaftsministerium war, der Bertelsmann-Stiftung begegnet." Und er stellt fest, dass die Bertelsmann-Stiftung ihre eigene Mission unter dem Mantel der Gemeinnützigkeit verfolgt. Gemeinnützigkeit ist schon großartig. "Jedoch versucht die Bertelsmann-Stiftung diesen sozialen Grundgedanken auch auf Systeme und Institutionen, wie etwa auf das Hochschulsystem, zu übertragen. Diese Grundidee ist eigentlich überall zu finden" sagt Lieb. Und das Ganze ohne jegliche Transparenz, versteckt unter dem Deckmantel  der Gemeinnützigkeit. "Die Stiftung redet zwar überall von Wettbewerb, nur bei sich selbst setzt sie andere Maßstäbe an. Demokratisch ist es bedenklich, wenn man seine Mission als Stiftung nicht transparent macht", so Lieb.

 

Wenn nun jemand fragt, wozu das Ganze in erster Linie dient, dann liegt die Antwort auf der Hand: Steuern werden in nicht unerheblichen Summen eingespart. Auch die Dividendenzahlungen des Konzerns an die Stiftung sind steuerbegünstigt. Somit wird ein beachtlicher Teil des Etats der Bertelsmann-Stiftung vermutlich über die Steuerminderung finanziert. Eigentlich genial, nur eben alles andere als sozial oder gemeinnützig. Im Gegenteil: Die Finanzbehörden finanzieren den fragwürdigen Umtrieb dieser "feinen" Gesellschaft.

 

Schließlich folgendes Faktum, das den Einzelnen schmunzeln lassen würde, wenn es nicht so unglaublich haarsträubend wäre (in gewisser Form hat es der Präsident der Bundesärztekammer Montgomery auch für sich gerichtet):

Dr. Brigitte Mohn sitzt nicht nur im Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, wo sie den Bereich "Gesundheit" leitet, sondern auch im Aufsichtsrat der Rhön-Kliniken. Der ewige Filz lässt grüßen!

 

Auf alle Fälle gilt: Herrschaft durch Meinungsbeeinflussung. Wer wird da nicht an den Medienmogul in James Bond "Der Morgen stirbt nie" erinnert....

Dr. med. Lothar Löser

 

Den gesamten, sehr umfangreichen, aber hochinteressanten Vortrag von Wolfgang Lieb mit dem Thema:

„Herrschaft durch Meinungsmache?

Einfluss und Interesse des Bertelsmann-Konzerns an der  Ökonomisierung des Bildungssystems.“ vom 21. November 2012  können sie unter

http://www.buendnis13.de/fakten-und-skandale/    nachlesen.

 

 

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